Dienstag, 22. Juli 2014

Vegane Sneaker – mehr fair und bio an den Füßen geht nicht



Bisher gibt es nur wenige Unternehmen, die fair produzierte Kleidung anbieten, die nicht nur bezahlbar, sondern auch modisch ist. Zu wenige, fand der deutsche Architekt Van Bo Le-Mentzel und startete Ende 2012 eine Crowdfunding-Kampagne um 500 Paar Karma Chakhs herstellen zu lassen – Sneaker, in der Form der klassischen Converse-Schuhe. Die Organisation läuft dabei ganz demokratisch ab: Über Details zu Design und Verpackung entscheiden die ‘Prosumer’ (aus ‘Producer’ und ‘Consumer’), also all diejenigen, die im Rahmen der Kampagne ein Paar erwerben möchten.

Verzicht auf tierische Produkte

Die Schuhe, die aus Bio-Baumwolle und Naturkautschuk bestehen, sollten nicht nur gute Arbeitsbedingungen für die Näher in den Fabriken garantieren. Denn die Hersteller verzichten zusätzlich auf Farbstoffe aus tierischen Produkten und bieten so einen rundum veganen Sneaker an. Preislich unterscheidet sich der Schuh nicht vom Converse-Vorbild. Anders als beim Original wird der Gewinn aber direkt wieder in soziale Projekte gesteckt, die den Herstellern vor Ort zu Gute kommen. Schnell war das Unternehmen Ethletic als Kooperationspartner eingestiegen, das zuvor bereits Fußbälle und ähnliche Schuhe fair produzierte. Sie waren es auch, die 2013 die zweite Kampagne starteten, um den nächsten Satz Karma Chakhs zu produzieren – diesmal gingen 1000 Schuhe an die Unterstützer.

Video zeigt Produktionskette

Eine dritte Runde ist schon im Gespräch, vorausgesetzt natürlich, dass wieder genug Crowdfunder zusammenkommen. Ethletic plant außerdem für den Spätsommer eine eigene Modekollektion. Momentan arbeiten zwei Berliner Designer ganz ohne Bezahlung an den Modellen für T-Shirts, Hoodies, Jacken und Baumwollhosen, die in der gleichen Fabrik wie die Karma Chakhs genäht werden sollen. Damit die Teilnehmer des nächsten Crowdfundings nachvollziehen zu können, woher die Sneaker kommen, haben Ethletic undLe-Mentzel jetzt ein Video gedreht, das die ganze Produktionskette abbildet. So können die Prosumer ihre Reise zu den Baumwollpflückern in Indien, den Kautschuk-Herstellern in Sri Lanka und den Nähern in Pakistan verfolgen.
Quelle: Wiwo Green/J. Schulte

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