Dienstag, 5. November 2013

Atmosfair Klimaranking 2013


Nur wenige Menschen kompensieren die Klimagase, die ihre Flugreise verursacht. Noch weniger Reisende achten bei der Wahl ihrer Airline auf den CO2-Ausstoß des Flugzeugs. Doch der variiert von Fluglinie zu Fluglinie ganz erheblich, wie der kürzlich veröffentlichte Airline Index 2013 (AAI) der Klimaschutzorganisation atmosfair zeigt. Das Ergebnis der Studie lässt sich wie folgt zusammenfassen: Fluggesellschaften werden effizienter - CO2-Emissionen steigen dennoch so stark wie in kaum einer anderen Industrie.
 
Keine Airline in der höchsten Effizienzklasse

Die großen Fluggesellschaften der Welt haben ihre CO2-Emissionen pro Passagier und Kilometer zum vergangen Jahr um rund ein Prozent gesenkt, gleichzeitig sind aber die gesamten CO2-Emissionen der Luftfahrtindustrie aufgrund erhöhtem Passagieraufkommens um etwa fünf Prozent gewachsen. Die Luftfahrtindustrie lag damit über den weltweiten CO2-Wachstumsraten von jährlich etwa 3% und wie andere Industrien nicht auf einem Pfad, der mit dem 2°C Klimaziel verträglich ist.  Mittlerweile fliegen 14 der 180 getesteten weltweit größten Fluggesellschaften in der Effizienzklasse B, das sind zwei Gesellschaften mehr als im Vorjahr. Die höchste Effizienzklasse A erreicht nach wie vor keine Airline.

TuiFly vor Condor, Lufthansa abgeschlagen

Unter den deutschen Airlines erreichen die beiden Ferienflieger TuiFly und Condor die Klasse B auf Platz 2 und 6. Auf Platz 12 folgt AirBerlin als beste deutsche Liniengesellschaft (Klasse C). Bei den großen Linienfluggesellschaften führen weltweit mit moderner Flotte und hohen Auslastungen knapp Juneyao Airlines aus China (Platz 7) vor TAM Linhas Aéreas aus Brasilien (Platz 8) und AirBerlin (Platz 12), die  damit auch jeweils beste Airlines dieser Kategorie in Asien, Südamerika und Europa sind. Die Lufthansa konnte sich in der Flotte verbessern und setzte auf der Langstrecke vermehrt den A380 statt der der B747 ein, sowie auf der Kurz- und Mittelstrecke Flugzeuge der A320-Familie statt der bisherigen Boeing 737-300/500 Typen. Parallel dazu fielen aber die Auslastungsgrade bei Passagieren und Beiladefracht gegenüber dem Vorjahr, was sich vor allem auf der Langstrecke nachteilig auswirkte. Insgesamt verlor so die Lufthansa trotz verbesserten fliegenden Materials an CO2-Effizienz und landet in der Gesamtwertung auf Platz 67 (Effizienzklasse D).

Starkes Gefälle zwischen den Airlines

Die Unterschiede zwischen den Fluggesellschaften können erheblich sein. „Der Treibstoffverbrauch pro Passagier und Kilometer kann auf derselben Strecke bei einer Fluggesellschaft mehr als doppelt so hoch sein wie derjenige einer anderen Fluggesellschaft“, so atmosfair Geschäftsführer Brockhagen. Die besten Werte erreichen Fluggesellschaften, die modernes Fluggerät einsetzen, das gut auf die Streckenlänge passt, viele Sitze darin unterbringen und dann sowohl Sitze als auch Frachtraum gut auslasten. Weniger ambitionierte Klimaschutzziele für Airlines aus den meisten Entwicklungsländern nicht gerechtfertigt. Zum ersten Mal vergleicht der AAI 2013 auch die Airlines in Gruppenwertungen der verschiedenen Kontinente. Asien, Europa und Südamerika liegen dabei gleich auf vorne und nur minimal vor den Airlines aus dem mittleren Osten und Nordamerika. Nur die Airlines aus Afrika und vor allem den Least Developed Countries fallen ab. Dabei übersteigen die Unterschiede von Airline zu Airline innerhalb eines Kontinents deutlich diejenigen zwischen den Kontinenten, wie die Beispiele Tunisair (Tunesien, Platz 56) und Virgin Atlantic (England, Platz 116) zeigen. Der AAI zeigt damit, dass es wenig ins Gewicht fällt, ob Airlines aus Industrie- oder Entwicklungsländern kommen.

Hier geht es zum Atmosfair Airline Klimaranking 2013: